Universität Rostock, Arbeitsstelle Politische Bildung am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften, Historisches Institut
Die Universität Rostock wurde 1419 gegründet. Sie ist damit die älteste Hochschule im Ostseeraum. Mit ihrem Leitspruch „Traditio et Innovatio“ ist die Universität heute eine moderne Bildungsstätte mit einem überdurchschnittlich breiten Fächerspektrum, das etwa 15.500 Studierende nutzen.
Die Arbeitsstelle Politische Bildung am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Rostock hat ihren Schwerpunkt in der Didaktik der Sozialwissenschaften und in der Forschung (Rechtsextremismus/Prävention). Im Gesetz über die Lehrerbildung in Mecklenburg-Vorpommern vom 4. Juli 2011 heißt es:
§ 1(1) Die Lehrerbildung hat zum Ziel, Lehrkräfte umfassend zur Wahrnehmung des Bildungs- und Erziehungsauftrags des Landes zu befähigen, sodass sie die Schülerinnen und Schüler zu eigenständigem Denken und Handeln und zu selbstorganisiertem Lernen führen können. Ziel von Lehrerbildung ist darüber hinaus, Schüle-rinnen und Schüler bei der Entwicklung zur mündigen, vielseitig entwickelten Persönlichkeit zu begleiten, die im Geiste der Geschlechtergerechtigkeit, Toleranz und Wertschätzung von Vielfalt bereit ist, Verantwortung für die Gemeinschaft mit anderen Menschen und Völkern sowie gegenüber künftigen Generationen zu tragen…. Sie soll die Lehrkräfte qualifizieren, eigenständig und verantwortungsbewusst die ihnen im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung übertragenen Aufgaben zu erfüllen …
§ 5(6) In allen Lehrämtern sind die bildungswissenschaftlichen und praktischen Anteile grundsätzlich unter Berücksichtigung des Leitbildes der Inklusion auszugestalten. Die Bereiche Medienpädagogik, Sozialpädagogik, Sonderpädagogik, Politische Bildung oder Politische Philosophie sowie Sprecherziehung sind verpflichtende Bestandteile in allen Lehrämtern.
Erfahrungen zeigen, dass der Beginn des klassischen Geschichtsunterrichts sehr spät liegt. Die Arbeit mit Klassen des jüngeren Schulalters belegt ein großes Interesse und die Notwendigkeit einer frühzeitigen Rechtsextremismusprävention. Die Befähigung aller Lehramtsstudierenden – egal welcher Fachrichtung – diesen Erziehungsauftrag umzusetzen, liegt an der Universität Rostock künftig in der Verantwortung des o. g. Instituts.
Die Aufgabenstellungen des Instituts, die Didaktik der Sozialwissenschaften und die Forschung zu Rechtsextremismus und dessen Prävention können im Projekt sinnvoll miteinander verknüpft werden. Die Arbeitsstelle sieht sich im Projekt vor allem als didaktischer Berater und Ideengeber für den Bereich der Rechtsextremismusprävention. Angestrebt wird die Entwicklung von Modulen für die schulische Arbeit mit jüngeren Schülern zur Unterstützung der Demokratieerziehung, Menschenrechtsbildung und der historischen wie politischen Bildung und zur Untersetzung des Motivs der Erziehung nach dem Holocaust. Im jüngeren Schulalter müssen die Grundlagen für eine spätere fachlich tiefer gehende historische Auseinandersetzung gelegt werden. Der zentrale Blick im Rahmen dieses Projekts liegt daher nicht auf der Vermittlung fachlicher Inhalte, sondern auf der Stärkung sozialer und methodischer Kompetenzen. Das Interesse besteht darin, fächerübergreifende Module für die schulische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern jüngerer Klassenstufen (ca. Klassen 4-7) zu entwickeln. Grundlage für die Module sind Projekte, die an den teilnehmenden Schulen bereits ausprobiert bzw. konzipiert, jedoch didaktisch und methodisch noch nicht (ausreichend) aufbereitet wurden. Die Begleitung durch die Universität soll dies sicherstellen, um übertragbare Best-Practice-Beispiele zu entwickeln. Zudem sollen diese als Fallbeispiele in die Lehrerausbildung im Bereich politische Bildung und in die Lehrerfortbildung (3. Phase der Lehrerausbildung) einfließen.
Das Historische Institut an der Universität Rostock verbindet in Forschung und Lehre regionale Schwerpunkte mit einer zunehmend komparatistischen europäischen Ausrichtung. Am Institut werden Studierende für Geschichte für die Lehrämter Grundschule, Regionalschule, Gymnasium und Sonderschulpädagogik ausgebildet. Im fachdidaktischen Studium befassen sie sich insbesondere mit Fragen der Lehr- und Lernbarkeit historischen Denkens sowie der Planung, Durchführung und Evaluation von Geschichtsunterricht. Die Geschichtsdidaktik befasst sich mit allen schulischen und außerschulischen Vermittlungsprozessen von Geschichte. Aus geschichtsdidaktischer Perspektive ist die späte Thematisierung des Holocaust im Unterricht zu überdenken. Regionalgeschichtliche Bezüge und biografische Zugriffe mit direktem Bezug zur Lebenswelt der Kinder und deren konkreten Fragen sollten für eine frühzeitige Sensibilisierung genutzt werden. Dabei ist auf eine positive Orientierung in der Auseinandersetzung mit dem Thema zu achten.
Das Projekt soll in die Ausbildung von Lehramtsstudierenden der Fächer Geschichte/Sachunterricht eingebunden werden, die im Rahmen von Praktika Teilergebnisse umsetzen könnten. Die Studierenden sollen sich insbesondere mit Fragen der Partizipation von Schüler/innen an gegenwärtiger Geschichtskultur und den altersspezifischen sowie medial-methodischen Besonderheiten des Geschichtsinteresses am Holocaust und der Vermittlungsformen im jüngeren Schulalter befassen. Die Geschichtsdidaktik trägt zur Evaluation des Projektes bei. Angestrebt wird, dass Studierende in Qualifizierungsarbeiten Bedingungen, Verläufe und Ergebnisse des Projektes untersuchen und die Wirkung angewandter Vermittlungsmethoden beobachten. Die Untersuchungsergebnisse werden für unterrichtliches Handeln bereitgestellt. Dazu zählt insbesondere die fachdidaktische Fundierung vorhandener und neuer Lehr- und Lernmaterialien in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern.
Verein Politische Memoriale e.V.Mecklenburg-Vorpommern
Der Verein arbeitet als Landesfachstelle für Gedenkstättenarbeit in M-V und als staatlich anerkannter Träger der Weiterbildung. Er berät Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS- wie SED-Herrschaft. Im Mittelpunkt stehen die fachliche und organisatorische Beratung einzelner Einrichtungen und Initiativen sowie die Vernetzung der regionalen Gedenkstättenarbeit. Erfahrungen gibt es in der Durchführung von Fortbildungen, der Projektarbeit in der Gedenkstättenpädagogik, der Entwicklung von pädagogischen Materialien für die historisch-politische Bildungsarbeit und Publikation von Forschungsergebnissen zur Geschichte von NS-Gedenkstätten.
Die kindgerechte (altersspezifische) Aufbereitung von Themen der NS-Geschichte im Kontext der Menschenrechts- und Demokratiebildung ist ein wesentlicher Erziehungsauftrag der Gedenkstätten im Land. Als Landesfachstelle hat der Verein Zugang zu unterschiedlichen NS-Gedenkstätten in Mecklenburg-Vorpommern. Wichtig ist hier in der Arbeit, sowohl den Völkermord an den Juden in den Blick zu nehmen, als auch die Vor- und Nachgeschichte sowie andere Verfolgungskomplexe der NS-Herrschaft, um gerade die scheinbare Normalität von Ausgrenzung, Feindbildern und Gleichgültigkeit zeigen zu können. Gedenkstätten bieten sich hier als historische und offene Lernorte für ein fächerübergreifendes Arbeiten an. Hier hat der Verein Erfahrungen aus unterschiedlichen Projekten, z. B. Spurensuche, Geschichtskoffer, fiktives Schreiben, Arbeit mit kreativen Methoden, etc.
Stadtschulrat für Wien, Europa Büro
Der Stadtschulrat für Wien ist die offizielle Bildungsbehörde für die Region/das Bundesland Wien und ist zuständig für die Allgemeine Pflichtschule, Allgemeine Höhere Schule, Berufsbildendes Schulwesen und Berufsschulen. Das Europa Büro im Rahmen der Präsidialabteilung des Stadtschulrates ist eine Kontaktstelle in internationalen Angelegenheiten und sieht sich verantwortlich für die Vertiefung der Europäischen Dimension besonders in den Bereichen Demokratie-, Menschenrechts- und Friedenserziehung mit dem Fokus auf grenzüberschreitende Bildungskooperationen. Darunter fallen die wichtigsten Aktivitäten des Europa Büros, namentlich die Einleitung, Planung, Durchführung, Dokumentation und Evaluierung internationaler Projekte mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler kulturell und sprachlich auf das Zusammenleben und die Zusammenarbeit vorzubereiten. Im Besonderen liegen dem Europa Büro die Themen Bildung, Beruf und Sprache im zentraleuropäischen Bereich am Herzen. Das Europa Büro sieht darüber hinaus in der aktiven Beschäftigung mit Holocausterziehung, Gedenk- und Erinnerungskultur und Bekämpfung von Antisemitismus einen wichtigen Schwerpunkt, der sich in Form von Beteiligung und Organisation von Veranstaltungen und Seminaren und die Herausgabe von Dokumentationen bzw. Fachliteratur ausdrückt.
Das Europa Büro sorgt für die organisatorische und inhaltliche Realisierung des Projekts. Dazu gehört die Etablierung eines regionalen Informations- und Kommunikationsnetzes zwischen den regionalen Einrichtungen, die Durchführung der Projektaktivitäten, Information und Kommunikation zwischen der Koordinierenden Einrichtungen und der Sicherung des Informations- und Aktivitätenaustausches zwischen den Partnereinrichtungen und den Projektakteuren aus beiden Regionen. Auch für die Sicherstellung des Verrechnungswesens und der administrativen Abläufe wird die Verantwortung übernommen. Ganz wesentlich ist die Information und Öffentlichkeitsarbeit auf der regionalen, nationalen und EU-Ebene.
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ist eine Landesbehörde, zuständig für die Bereiche allgemeine und berufliche Bildung, Hochschulen und Kultur. Das Ministerium und die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS) in Yad Vashem haben 2007 eine Vereinbarung über die gemeinsame Fortbildung für Pädagoginnen und Pädagogen sowie für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der außerschulischen Bildung unterzeichnet. Jährlich findet in der ISHS ein Seminar für diese Zielgruppe aus Mecklenburg-Vorpommern statt. Erfahrungen und Wissenszuwachs der Absolventen der Seminare sollen nachhaltig in die Unterrichts- und Erziehungsarbeit einfließen und nicht nur dem einzelnen Seminarteilnehmer zur Verfügung stehen. Dies geschieht durch ein regionales Netzwerk, in dem die Seminarteilnehmer/innen sich austauschen und Anregungen erhalten können. Anliegen ist es, das Netzwerk zu erweitern, um so den Schulen den Zugang zu außerschulischen Partnern und Lernorten aufzuzeigen. Die Vernetzung soll letztendlich dazu führen, dass auch die Partner selbst (Schulen, Gedenkstätten, Universitäten) den Mehrwert in der Kooperation erkennen und eine kontinuierliche Zusammenarbeit anstreben.
Geplant ist ein Regio-Projekt mit dem Thema „Bildung und Erziehung nach dem Holocaust – Erinnern und Gedenken“. Verfolgt werden interdisziplinäre Ansätze (explizit nicht für Geschichts- oder Sozialkundeunterricht) für das jüngere Schulalter, also vor der Vermittlung historischen Wissens. Durch die Herausbildung von Empathie sollen die Schülerinnen und Schüler für das schwierige Thema interessiert und sensibilisiert werden.
Jüdisches Museum der Stadt Wien
Das Jüdische Museum der Stadt Wien (JMW) ist ein Ort der sozialen Aktion, ein Ort der Begegnung, der Verständigung und der fruchtbaren Auseinandersetzung. Es soll Einblick in das Judentum, sein soziales Leben, Feste, Feiertage, Bräuche, aber auch in die Jugendkultur geben. An seinen beiden Standorten bietet das JMW einen einzigartigen Überblick über die Geschichte der Wiener Juden. Nach einer umfangreichen Sanierung präsentiert sich das Museum in der Dorotheergasse als offenes Haus mit innovativen Einblicken in seine Sammlungen und einem einzigartigen Jahresprogramm.
Eingebracht wird ein Angebot von einschlägigen projektrelevanten Führungen und Workshops an den Standorten des Museums sowie im Stadttempel und der Innenstadt. Das Vermittlungsangebot richtet sich sowohl an die Schülerinnen und Schüler, Pädagoginnen und Pädagogen, die im Projekt kooperativ mit dem JMW arbeiten, aber auch an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von job shadowing, study visits und Mobilitäten aus der Partnerregion M-V. Nützliche Informationen, Tipps, Tricks und Erfahrungen zum didaktischen Transfer ergänzen die Funktion eines Ortes für Workshops und Meetings im Rahmen des Projektprogramms. Im Vermittlungsprogramm wird besonders auf die Themen und die Zielgruppe (Alter 8 – 13 Jahre) Rücksicht genommen. Eine besondere Rolle hat das JMW in den geplanten Modulen „Jüdischer Friedhof als Lernort“ und „JMW als Ort der Geschichte“
Die Kooperation mit den Projektpartnern Gedenkdienst und den Bildungsinstitutionen (Schulen), sowie der Pädagogischen Hochschule Wien und dem Mauthausen Komitee Österreich als assoziierten Partner ist eine Form der Mitarbeit im Projekt. Das JMW kann auch Kontakte zu anderen ähnlichen Institutionen herstellen, z. B. zum Verein www.erinnern.at.
RecknitzCampus Laage
Der RecknitzCampus Laage ist eine Kooperative Gesamtschule mit Grundschulteil und gymnasialer Oberstufe. Im Schulethos, der gemeinsam mit Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern erarbeitet wurde, ist eine der Säulen der pädagogischen Arbeit die Demokratieerziehung. Unter diesem Aspekt werden in allen Jahrgangsstufen Projekte im und außerhalb des Unterrichts durchgeführt. Erfahrungen gibt es mit dem Projekt „Nationalsozialismus“. Schüler/innen der 12. Klassen erarbeiten Sachwissen zu den Themen Konzentrationslager und Holocaust. In dem sogenannten “peer-learning“ bereiten die Abiturient/innen ihr Wissen für Schüler/innen der 6. Klassen auf, um sie auf einen Besuch einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus (Sachsenhausen) vorzubereiten. Altersgerecht sollen die Schüler/innen dieser Jahrgangsstufe erfahren, warum Menschen so behandelt wurden und welche Folgen Intoleranz und Rechtsextremismus haben können. Das Projekt wird bereits seit fünf Jahren durchgeführt, erfährt jedoch ständig Veränderungen. Die Ebene der Empathie wird hier betont, z. B. durch Bücher wie „Gern wäre ich geflogen wie ein Schmetterling“. Durch interne und externe Fortbildungen der Kolleg/innen in der Fachschaft Geschichte gab und gibt es ständig neue Impulse. Einschneidend war die Teilnahme einer Lehrerin der Schule an dem Studienaufenthalt in Yad Vashem im Sommer 2010. In den dort angebotenen Seminaren wurden neue Wege des Umgangs mit dem Thema Holocaust im Grundschulalter aufgezeigt. Gerade den Aspekt des Narrativen bekam im Nachhinein im schulischen Projekt einen deutlich höheren Stellenwert.
Im oben Beschriebenen ist der Ansatz zu sehen, den die Einrichtung mit der Teilnahme am Projekt verfolgt. Dazu sollen Projekte (bereits etablierte als auch neue) in ihrer Umsetzung gemeinsam mit anderen schulischen Projektpartnern durchgeführt, analysiert und modifiziert werden. Zudem werden Projekte der österreichischen Partner erprobt und den regionalen Gegebenheiten und Vorgaben der Rahmenpläne angepasst. Über den Aus-tausch mit schulischen und außerschulischen Partnern soll die eigene Arbeit reflektiert werden. Die Projekte sollen so ausgewählt werden, dass folgende Schwerpunktfragen berücksichtigt werden:
- Ist es angebracht, das Thema Holocaust bereits im Grundschulalter/in der Orientierungsstufe aufzugreifen?
- Welche Bezüge gibt es zur Lebenswirklichkeit der Kinder?
- Welche Methoden der Vermittlung und didaktischen Schwerpunkte sind zu wählen?
- Was sind die Ziele der thematischen Arbeit in dieser Altersstufe?
Als mögliches Projektergebnis strebt die Schule eine didaktisch-methodische Handreichung und/oder die Erstellung einer Homepage als Informations- und Austauschplattform an.
Offene Volksschule Am Kaisermühlendamm Wien
Die OVS22 ist eine 4-stufige Grundschule und liegt im 22. Wiener Gemeindebezirk, einem der größten Stadterweiterungsbereiche, in nächster Nähe zur Donau. In unserem Bezirk liegen nicht nur die größten Freizeitbereiche Wiens, sondern auch der größte Teil der internationalen Institutionen (UNO-City). Die Schüler/innen repräsentieren unterschiedliche gesellschaftliche Schichten, das Pädagoginnen-Team fördert Kinder mit unterschiedlichsten Bedürfnissen individuell. Im Mittelpunkt des Schulleitbilds stehen Inklusion, ganzheitliche Kompetenzentwicklung und Gesundheitsförderung. Die Teilnahme am Projekt würde vor allem die Schwerpunkte Mitbestimmung, Toleranz und Friedenserziehung betreffen und den Unterricht inhalt-ich und organisatorisch bereichern.
Mit dieser ersten Teilnahme an einem internationalen Projekt möchte unsere Schule einen innovativen Aspekt der Unterrichtsgestaltung einbringen. Im Sinne der geplanten Aktivitäten ist die OVS22 in die Entwicklung, Präsentation und Adaptierung der in Form von Tandems durchzuführenden Unterrichtsmodule aktiv eingebunden. Es gibt ein regionales Tandem, d. h. zwei Module werden gemeinsam mit der KMS 18 entwickelt; die OVS22 ist für das Modul Schulparlament allein verantwortlich. Anlässlich der Präsentation von Modulen werden wir die jeweiligen Tandempartner aus M-V empfangen und mit ihnen gemeinsam unsere Beiträge umsetzen. Selbstverständlich sind wir auch Partner bei der Adaptierung der drei Module aus M-V. Unsere Schule wird sich auch nach Möglichkeiten an allen Mobilitäten beteiligen. Besonderes Augenmerk legen wir auf eine Förderung der persönlichen und sozialen Kompetenz, Diversität als Bereicherung der Gemeinschaft und auf eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum. Natürlich ist die Präsentation unserer Arbeit sowie die Teilnahme an den Workshops und Projektberatungen ein besonderes Anliegen. Auch die Entwicklung von Best-Practice-Beispielen für die Toolbox ist fixer Bestandteil unserer Projektarbeit.
Montessori-Grundschule „Lambert Steinwich“ Stralsund
Die Schule ist eine Grundschule mit neun Klassen. Nach der Wende suchten Pädagog/innen und Erzieher/innen neue Wege und Möglichkeiten der Bildungs- und Erziehungsarbeit. 1991 nahmen die ersten zwei Montessori- Klassen ihre Arbeit auf, in denen eine Kombination von Freiarbeit und Frontalunterricht erfolgt. 1999 erfolgte die Anerkennung als Hospitationsschule. Seit 2008 erfolgt der Ausbau als Volle Halbtagsschule mit außerschulischen Kooperationspartnern (z. B. Rückenschule, Yoga, Keyboard, Zirkus bewegt oder Reiten). Die Schule ist Multimedia-Schule.
In Schulprojekten spielt das Thema „Kinderrechte“ immer wieder eine große Rolle. So wurde auf der Grundlage des Buches „Gern wäre ich geflogen wie ein Schmetterling“ von Naomie Morgenstern ein Freiarbeitsmaterial erstellt. Nach einer gemeinsamen Erarbeitungsrunde im Fach Philosophieren mit Kindern in Klassenstufe 3/4 kann das Material als eigenständiges, kindgerechtes Arbeitsmittel zur Vertiefung genutzt werden. Aus dem Buch wurden sechs Schwerpunktbereiche ausgewählt: 1) Wer bin ich? 2) Meine Familie 3) Mein Alltag 4) Meine Ängste 5) Meine Träume und 6) Meine Rettung. Es wurde darüber diskutiert, was lebensnotwendig ist. Ein aktueller Bezug zu der seit 21 Jahren existierenden Kinderkonvention wurde hergestellt. Daran anschließend wurden Fakten und Inhalte des Buches den sechs Schwerpunkten zugeordnet. Die Ergebnisse können für weitere relevante Aktivitäten, u. a. für ein sokratisches Gespräch oder für eine Plakatgestaltung genutzt werden. In weiteren Arbeitsschritten wurde das Leben von Hannah Gofrith (beschrieben im Buch „Gern wäre ich geflogen wie ein Schmetterling“) thematisiert. Sie überlebte den Holocaust als Kind. Über den direkten Kontakt zur Hauptfigur des Buches (sie lebt heute, 75-jährig, in Tel Aviv) sollen die Kinder verstehen lernen, was Kinderrechte und aktuelle Geschichte miteinander zu tun haben.
Die Schule bringt zwei Projekterfahrungen mit konkreten Anschauungsbeispielen ein. Diese dienen dem späteren Einsatz als Freiarbeitsmaterialien mit Selbstkontrolle. Dabei spielen die Themen „Soziales Lernen und Toleranz“ und „Kinderrechte“ eine wichtige Rolle.
Grundlage bilden Geschichten von Persönlichkeiten, die für Grundschüler/innen nachvollziehbar sind. Ziel ist es, mit anderen schulischen und außerschulischen Partnern Vorgehensweisen, Möglichkeiten der Variierung und Erweiterung für verschiedene Altersgruppen im Primarbereich zu diskutieren und passende Handreichungen zu entwickeln. Projekte anderer Partner werden erprobt und adaptiert. Mögliche Änderungsvorschläge sollen beide Seiten als Chance begreifen, Kinder zum selbstständigen Lernen unter aktuellen Aspekten des täglichen Lebens zu erziehen. Die didaktisch-methodisch aufbereiteten Ergebnisse fließen in eine Toolbox als Best-Practice-Beispiele ein.
http://www.montessori-grundschule-stralsund.de
Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e.V. Wöbbelin
Der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e.V. wurde am 13.11.2003 gegründet. Zweck des Vereins ist der Erhalt, die Förderung und Pflege der regionalen Gedenkstätten im Landkreis. Der Verein sieht neben der Pflege, der Erhaltung und Erweiterung der Gedenkstätten seine wichtigste Aufgabe darin, die Gedenkorte vor allem der jungen Generation zugänglich zu machen. Auch besteht regelmäßiger Kontakt mit noch lebenden ehemaligen Häftlingen bzw. deren Angehörigen in ganz Europa.
Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin sind in diesem Zusammenhang die bedeutendsten Gedenkorte. Widersprüche deutscher Geschichte werden selten so deutlich wie hier gezeigt. In dem Museum gibt es zum einen eine Ausstellung zu Theodor Körner, zum anderen wird seit 1965 an die Geschichte des Konzentrationslagers an diesem Ort erinnert. Diese Außenstelle des KZ Neuengamme wurde erst im Frühjahr 1945 errichtet und existierte nur zehn Wochen. Als die Alliierten Deutschland besetzten, wurde das KZ ab Mitte April zum Auffanglager für Evakuierungstransporte aus anderen Konzentrationslagern. Von den ca. 5000 Häftlingen aus 20 Nationen kamen mehr als 1000 an den Folgen von Misshandlung, Erschöpfung und Hunger ums Leben.
Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin haben im Rahmen des Projekts „Schulen und Gedenkstätten“ verschiedene Bausteine für die Arbeit mit jüngeren Schülern erarbeitet sowie eine Konzeption zur Vorbereitung und Durchführung von Besuchen der Gedenkstätte für 10- bis 12-jährige entwickelt. Ergebnisse und Erfahrungen sollten verallgemeinert und didaktisch aufgearbeitet werden, um sie anderen regionalen Gedenkorten und umliegenden Schulen als Arbeitsgrundlage zur Verfügung zu stellen. Im Ergebnis wird die Erstellung von Handreichungen und Arbeitsblättern zur Vorbereitung und Durchführung von Gedenkstättenbesuchen angestrebt. Dabei sollen das know-how teilnehmender Einrichtungen (Mahn- und Gedenkstätten mit beschriebenen Bausteinen und Konzepten, Schulen mit eigenen Projekten und Universität mit der Projektanalyse) gebündelt werden.
http://www.gedenkstaetten-woebbelin.de
Europaschule Hagenow
Die Schule ist eine Regionale Schule (Sekundarstufe I) mit Grundschule. Sie trägt den Namen Europaschule. An der Schule lernen 415 Schüler/innen und arbeiten 29 Lehrer/innen sowie eine Schulsozialarbeiterin. Die Schule liegt in einer Region, in der die NPD ansässig und aktiv ist. So werden bereits die jüngeren Schulkinder mit Symbolen, Texten, Parolen dieser verfassungsfeindlichen Partei konfrontiert. Bereits im Grundschulteil wird daher der Demokratieerziehung besondere Beachtung geschenkt. Mit Unterstützung einer Schulsozialarbeiterin, den nahe gelegenen Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin und der Synagoge vor Ort soll bei Schülerinnen und Schülern der Sinn für Gerechtigkeit, demokratisches Denken und Handeln und Entwicklung von Empathie entwickelt werden.
Anliegen der Schule ist es, eine kontinuierliche Vorbereitung auf die historische Vermittlung des Holocaust bereits in der Grundschule aufzugreifen durch Demokratieerziehung, Menschenrechtsbildung, Toleranzerziehung, Auseinander-setzung/Bewusstmachung mit/der Zeit- und Kulturgeschichte, Anbahnung differenzierten Denkens, Verdeutlichung der Folgen von Ausgrenzung und Machtmissbrauch, Menschenrechtsbildung. Dazu wurden bereits erfolgreich Projekte durchgeführt: „Das eine Kind ist so, das andere Kind ist so“ (Klassenstufe 2), „Der überaus starke Willibald“ (Klasse 4). Die Schule kann Ergebnisse erster Praxiserfahrungen reflektieren, präsentieren und austauschen.
http://www.europaschule-hagenow.de/ki
Kooperative Mittelschule Schopenhauerstraße Wien
Die Kooperative Mittelschule in Wien 18 (KMS) wird von Kindern und Jugendlichen aus mehr als 30 Staaten besucht. In unserem Leitbild haben wir uns folgende Ziele gesteckt: Vielfalt als Wert sichtbar machen, ein Selbst-verständnis der Interkulturalität entwickeln, Abbau von Vorurteilen, Toleranz und gegenseitige Akzeptanz und Interesse für andere Kulturen, Erziehung zu Weltbürger/innen. Die Umsetzung erfolgte in vielen Aktivitäten und Projekten, u. a. in den Projekten Hauptschule trifft Hochschule, Sag’s Multi – Wettbewerb und unterrichtsbegleitende Maßnahmen (Lebensperspektiven, Kooperationen mit Gymnasien…). Die daraus gewonnen Erfahrungen und Kompetenzen könnte unsere Schule im geplanten Projekt einbringen und anderen Partnern vermitteln. Die Schule versteht sich als wesentlicher Faktor in der Entwicklung, Präsentation und Adaptierung der in Form von Tandems durchzuführenden Unterrichtsmodule. Es gibt ein regionales Tandem, d. h. zwei Module werden gemeinsam mit der OVS22 entwickelt; ein Modul (Schulparlament) wird von der OVS22 allein durchgeführt. Anlässlich der Präsentation von Modulen empfangen wir den jeweiligen Tandempartner aus Mecklenburg-Vorpommern (M-V) und arbeiten mit diesem. Selbstverständlich ist die KMS18 auch Partner bei der Adaptierung der drei Module aus M-V. Unsere Schule beteiligt sich an allen Mobilitäten. Besonders wichtig ist uns die Aktivität „Mitgebracht und ausgestellt“ in einer Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien und die Kooperation mit dem Bezirksmuseum. Natürlich ist uns die Präsentation unserer Arbeit sowie die Teilnahme an den Workshops und Projektberatungen ein besonderes Anliegen. Auch die Entwicklung von Best-Practice-Beispielen für die Toolbox ist fixer Bestandteil unsere Projektarbeit. http://www.schop79.at/


